Programmübersicht des Bundesforum 2021

Hier finden Sie das gesamte Programm und weitere Details zu den einzelnen Programmpunkten sowie Referent*innen:

Dienstag, 14.9.2021

11:00-13:00: Akkreditierung & Information
13:00-13:30: Willkommen: Polyphonie in der Pandemie
13:30-14:30: Stimmen aus der Wissenschaft: Zur (Förder-)Situation in den Freien Darstellenden Künsten
14:30-14:50: Proberaum. Das Paradox der Veränderung
14:50-16:00: Positionen aus der Kunst zur Veränderung der Kunst- und Kulturlandschaft
16:00-16:30: Pause
16:30-17:00: Von anderen lernen – (Post-)Pandemische Förderpraxis im internationalen Vergleich
17:00-18:00: Eröffnung Bundesforum 2021
18:00-18:30: Pause
18:30-19:00: Impuls: „Am Scheideweg: Auf der Suche nach einem neuen Fördermechanismus für die Freien Darstellenden Künste“
19:00-20:30: Positionen aus der Politik zur Veränderung der Kunst- und Kulturlandschaft
Ab 20:30: Abendbuffet & Lounge mit DJane Obstsalat aka Tatiana Saphir

Mittwoch, 15.9.2021

09:30-10:00: #Morning Session
10:00-13:30: Impulse & Arbeitsgemeinschaften I
13:30-15:00: Mittagsbuffet
15:00-18:00: Impulse & Arbeitsgemeinschaften II
18:00-19:30: Abendbuffet
19:30-21:00: Resümee: Ergebnisse der Arbeitsgemeinschaften
Ab 21:00: Lounge mit DJane Ipek

Donnerstag, 16.9.2021

09:30-10:00: #Morning Session
10:00-13:30: Impulse & Arbeitsgemeinschaften III
13:30-15:00: Mittagsbuffet
15:00-16:00: Resümee: Ergebnisse der Arbeitsgemeinschaften
16:00-18:00: Antizipationen der Zukunft. Ein Resümee & Abschluss Bundesforum 2021

Durch die Veranstaltungstage führen Julia Amme (Schauspielerin, Theatermacherin | Kollektiv missingdots) und Mona Louisa-Melinka Hempel (Performerin, Choreographin/Initiative für Solidarität am Theater).

Tag 1
Dienstag, 14.9.2021
11:00-13:00 Uhr

 

Vor Ort
und
digital

Akkreditierung & Information – Foyer

 

Herzlich Willkommen beim Bundesforum 2021! Bei Ankunft bitten wir um Anmeldung an unserem zentralen Akkreditierungs- und Informationspunkt. Die Spreeterrasse lädt zum Ankommen, Verweilen und zu ersten Treffen mit anderen Teilnehmer*innen ein.

Tag 1
Dienstag, 14.9.2021
13:00-13:30 Uhr

 

Vor Ort
und
digital

Willkommen: Polyphonie in der Pandemie – Halle

 

Das Bundesforum wird durch die Stimmen und Bilder aller Akteur*innen der Freien Darstellenden Künste eröffnet: Künstler*innen und Kreative auf und hinter den Bühnen, Vertreter*innen von Spielorten und Produktionshäusern, Netzwerken, Verbänden und Fördereinrichtungen teilen ihre (beruflichen) Erlebnisse aus der Pandemiezeit in kurzen Statements und formulieren ihre Wünsche für die Zukunft. Auf der Bühne des Bundesforums kommen ihre Stimmen zusammen und formen eine Polyphonie über die Zeit der Pandemie.

Tag 1
Dienstag, 14.9.2021
13:30-14:30 Uhr

 

Vor Ort
und
digital

Stimmen aus der Wissenschaft: Zur (Förder-)Situation in den Freien Darstellenden Künsten – Halle

 

Wie ist es um die Freien Darstellenden Künste bestellt? – Einen Überblick über die aktuelle Situation und damit einen Einblick in ihre Studien geben Prof. Dr. Kai van Eikels, Laura Pföhler und Christoph Wirth sowie Dr. Aron Weigl als Teil des Forschungsprogramms zur Förderung in den Freien Darstellenden Künsten des Fonds.

 

„Gute Antworten: Wie die Freie Szene auf die Krise reagiert“
– Prof. Dr. Kai Van Eikels, Laura Pföhler & Christoph Wirth (Ruhr Universität Bochum)

 

Die finanziellen Hilfen der NEUSTART KULTUR-Programme wie z.B. #TakeThat des Fonds haben es Künstler*innen der Freien Szene ermöglicht, sich mit Neugier und Experimentierlust auf die schwierigen Bedingungen in Produktion und Aufführung einzulassen. Es zeichnen sich Veränderungen ab, die Arbeitsweisen ebenso betreffen wie Ästhetik: Was heißt Liveness zwischen Lockdown und Lockerung? In was für Zusammenhänge können Körper ohne Versammlung im Theatersaal finden? Welche Praktiken im Umgang mit Technologie, welche neuen Konzepte von Dramaturgie und Partizipation sind in der Pandemie-Phase entstanden, und was verraten sie uns über die Zukunft der Live Arts?

 

Regionaler Vergleich – Handlungsspielräume auf Landesebene. Zur Situation in den Bundesländern unter dem Aspekt der Pandemie und ihrer Auswirkungen, Transformationen und Zukunftspotenzialen“
– Dr. Aron Weigl (EDUCULT Wien)

 

Die Arbeit der Freien Darstellenden Künste war in der Pandemie elementaren Einschränkungen und Herausforderungen unterworfen. Die Kulturverwaltungen aller Ebenen haben unterschiedlich mit Unterstützungsmaßnahmen reagiert. Doch nicht erst mit Covid-19 fanden in vielen Bundesländern größere Veränderungen in den Förderstrukturen statt. Welche Konsequenzen hatten diese Transformationen auf die Akteur*innen in ihren heterogenen Arbeitsweisen? Und was lässt sich aus den gesetzten Maßnahmen für eine zukünftige kulturpolitische Steuerung lernen?

Tag 1
Dienstag, 14.9.2021
14:30-14:50 Uhr

 

Vor Ort
und
digital

Proberaum. Das Paradox der Veränderung – Halle

 

Von Sivan Ben Yishai, aus dem Englischen von Tobias Herzberg.

 

In ihrem Vortrag greift die Autorin Sivan Ben Yishai den Konflikt zwischen Kunst und Politik, Macht und visionärem Denken, Innovation und Institution wieder auf und fragt, ob er mit Hilfe performativer Mittel neu verstanden und gedacht werden kann. Ein Prolog zum Auftakt des Bundesforum 2021 und eine Meditation über das Hacken des eigenen Systems sowie das Intervenieren in die Automatismen eines gut funktionierenden Apparates.

 

Tag 1
Dienstag, 14.9.2021
14:50-16:00 Uhr

 

Vor Ort
und
digital

Positionen aus der Kunst zur Veränderung der Kunst- und Kulturlandschaft – Halle

Podiumsdiskussion

 

Dass die Gesellschaft Kunst und Kultur – und hier einmal mehr die Freien Darstellenden Künste – braucht, hat der Entzug im Kulturlockdown des zurückliegenden Jahres und die dabei laut werdenden Stimmen mehr als deutlich gezeigt. Die Freien Darstellenden Künste wirken durch ihre interdisziplinären Arbeitsweisen, ihre Experimentierfreudigkeit bzgl. ihrer Formate und Ästhetiken seit Jahrzehnten als Motor für gesellschaftliche Reflexion aber auch die Weiterentwicklung der Kunst im internationalen Vergleich. Inwiefern nehmen die frei produzierenden Darstellenden Künste auch eine vordenkende Position in der Kunst selbst ein? Und welches gesellschaftliche Potenzial liegt in dem den Freien Darstellenden Künsten inhärenten Transformationscharakter? Welche Visionen für eine progressive Kunst- und Förderlandschaft sind – nicht zuletzt vor dem Hintergrund jüngster Erfahrungswerte – entsprechend ihrer gesellschaftlichen Bedeutung zu verfolgen und umzusetzen? Faktisches, Utopisches und Visionäres mischt sich mit der transformativen Kraft der Freien Darstellenden Künste in die Diskussion um ihre gesellschaftliche Verortung.

 

Es diskutieren: Stefan Kaegi (Rimini Protokoll), Sibylle Peters (Wissenschaftlerin, Regisseurin, u.a. mit der geheimagentur), Joana Tischkau (Chroerografin/Performerin), Sahar Rahimi (Monster Truck), Mirjam Schmuck und/oder Fabian Lettow (Kainkollektiv).

 

Moderation: Eva Behrendt (Kulturjournalistin, Theater Heute) & Janis El-Bira (Kulturjournalist, nachtkritik.de)

 

 

16:00-16:30 Uhr PAUSE

Tag 1
Dienstag, 14.9.2021
16:30-17:00 Uhr

 

Vor Ort
und
digital

Von anderen lernen – (Post-)Pandemische Förderpraxis im internationalen Vergleich – Halle

 

Wie haben andere Länder den Kunst- und Kultursektor während der Pandemie unterstützt und ggf. gesichert? Wie unterscheiden sich die nationalen Ausgangssituationen voneinander und wo konnte auf bestehende Strukturen sichernd zurückgegriffen werden? Welche Lehren wurden daraus für eine nachhaltige Förder- und Kulturpolitik gezogen oder zeichnen sich ab? Ein Blick über den Tellerrand: In ihren Botschaften legen Ulrike Kuner (European Association of Independent Performing Arts), Philippe Bischof (Direktor, Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia) und Veronica Kaup-Hasler (Amtsführende Stadträtin für Kultur und Wissenschaften der Stadt Wien)  Zeugnis über die Situation der Kunst in ihren Ländern und Europa ab und legen dar, welche Konsequenzen aus der Pandemie daraus auch politisch abgeleitet werden.

 

Mit: Ulrike Kuner (European Association of Independent Performing Arts), Philippe Bischof (Direktor, Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia) und Veronica Kaup-Hasler (Amtsführende Stadträtin für Kultur und Wissenschaften der Stadt Wien)

Tag 1
Dienstag, 14.9.2021
17:00-18:00 Uhr

 

Vor Ort
und
digital

Eröffnung Bundesforum 2021 – Halle

 

Sprecher*innen des Fonds und des Bundesverbands eröffnen offiziell das Bundesforum 2021 und teilen zusammen mit Vertreter*innen von Bund, Ländern und Kommunen ihre eigenen Stimmen und Blickwinkel zur zurückliegenden, aktuellen und kommenden Situation.

 

Mit: Helge-Björn Meyer (Geschäftsführung, Bundesverband Freie Darstellende Künste) & Holger Bergmann (Geschäftsführung, Fonds Darstellende Künste), Prof. Dr. Wolfgang Schneider (Vorstandsvorsitz, Fonds Darstellende Künste), Isabel Pfeiffer-Poensgen (Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW), Matthias Schulze-Kraft (Vorstand des BFDK und Künstlerische Leitung des Lichthof Theaters in Hamburg) & Ulrike Seybold (Vorstand des BFDK und Geschäftsführung des NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste), Dr. Günter Winands (Ministerialdirektor und Amtschef bei der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien), Dr. Torsten Wöhlert (Kulturstaatssekretär des Landes Berlin), Prof. Dr. Julia Lehner (Deutscher Städtetag, Bürgermeisterin der Stadt Nürnberg, Geschäftsbereich Kultur)

 

 

18:00-18:30 Uhr PAUSE

Tag 1
Dienstag, 14.9.2021
18:30-19:00 Uhr

 

Vor Ort
und
digital

Impuls: „Am Scheideweg: Auf der Suche nach einem neuen Fördermechanismus für die Freien Darstellenden Künste“ – Halle

 

Vortrag von Prof. Dr. Thomas Schmidt (Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, Frankfurt/Main)

 

Die Pandemie hat die neuralgischen Stellen in der fehlenden konzeptionellen Verknüpfung zwischen Kulturpolitik, Künstler*innen und Organisationen in den Darstellenden Künsten offengelegt. Die vom Bund aber auch von den Ländern und Kommunen aufgelegten Programme und Maßnahmenpakete zum Erhalt und zur Stabilisierung der Freien Darstellenden Künste besitzen vor diesem Hintergrund eher punktuellen Charakter. Was fehlt, ist eine nachhaltige Perspektive für ein geschlossenes und abgestimmtes Förderkonzept für die postpandemische Zeit.

Wie gut sind die einzelnen Ebenen und Förderinstrumente der Kulturpolitik tatsächlich aufeinander abgestimmt, um die Hürden der kommenden Jahre zu nehmen? Und, welche Rolle spielen Kulturentwicklungs-Planungen und Kulturgesetze in den Bundesländern? Thomas Schmidt beschreibt auf der Grundlage der Erkenntnisse aus über 130 Expert*innen-Interviews und einer profunden Analyse aller Ebenen der deutschen Kulturpolitik, dass als Ausweg nur ein neuer Fördermechanismus in der Lage sein wird, die Förderkonzeptionen und -instrumente zwischen den Bundesländern und zwischen Bund, Ländern und Kommunen neu zu denken und die wesentlichen kultur- und förderpolitischen Aufgaben für die Freien Darstellenden Künste nachhaltig zu lösen.

Tag 1
Dienstag, 14.9.2021
19:00-20:30 Uhr

 

Vor Ort
und
digital

Positionen aus der Politik zur Veränderung der Kunst- und Kulturlandschaft – Halle

Podiumsdiskussion

 

Kunst und Kultur ist Sache der Länder. Der Bund flankiert – insbesondere im Falle eines gesamtstaatlichen Interesses und Fragen der übergreifenden Repräsentation. Politiker*innen von Bund, Ländern und Kommunen diskutieren die Bedeutung der Freien Darstellenden Künste für die Gesellschaft – vor, während und perspektivisch nach der Pandemie. Welche Schlüsse sind aus dem Lockdown und den Ereignissen der jüngeren Vergangenheit zu ziehen – nicht zuletzt im Sinne nachhaltiger Stabilisierung der vielgestaltigen Freien Darstellenden Künste? Wie effizient sind die verschiedenen Förderinstrumente? Wie gut sind die Strategien von Bund, Ländern und Kommunen hier aufeinander abgestimmt? Braucht es für eine bundesweit aktive freie Künstler*innenszene ein starkes Engagement des Bundes? Eine gemeinsame Bestandsaufnahme des Zeitgeschehens mit einem Seitenblick auf die transformative Kraft der Freien Darstellenden Künste und ihren Stellenwert in der Gesellschaft.

 

Es diskutieren: Dr. Günter Winands (Ministerialdirektor und Amtschef bei der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien), Matthias Speidel (SPD-Bundestagsfraktion – AG Kultur und Medien), Dr. Torsten Wöhlert (Kulturstaatssekretär des Landes Berlin), Veronica Kaup-Hasler (Amtsführende Stadträtin für Kultur und Wissenschaft der Stadt Wien),  Prof. Dr. Julia Lehner (Bürgermeisterin der Stadt Nürnberg, Geschäftsbereich Kultur, CSU),  Sabine Bangert (MdA Berlin, B90/Die Grünen), Philippe Bischof (Direktor, Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia).

 

Moderation: Eva Behrendt (Kulturjournalistin, Theater Heute, Berlin) & Janis El-Bira (Kulturjournalist, nachtkritik.de, Berlin)

 

 

Ab 20:30: Abendbuffet & Lounge mit DJane Obstsalat aka Tatiana Saphir

Tag 2
Mittwoch, 15.9.2021
09:30-10:00 Uhr

 

Vor Ort

#Morning Session

 

Gemeinsamer Rückblick bei Kaffee & Croissants – Saal/Spreeterrasse

 

Das Team des Bundesforums 2021 fasst die Ergebnisse und Erlebnisse des Vortages zusammen und lädt zum offenen Gedankenaustausch bei Kaffee & Croissants ein.

 

Bei offenen Fragen steht das Team des Bundesforums am Akkreditierungs- und Infostand zur Verfügung. Im Foyer laden Videostationen mit Statements der Akteur*innen der Freien Darstellenden Künste zum Betrachten und Verweilen ein.

 

Tag 2
Mittwoch, 15.9.2021
10:00-13:30 Uhr

 

Vor Ort
und
digital

Impulse & Arbeitsgemeinschaften I

 

Das Bundesforum 2021 setzt – wie in den bisherigen Ausgaben – auf Austausch und Dialog in themenspezifischen Arbeitsgemeinschaften. Wichtige Impulse dazu liefern kurze Vorträge von Expert*innen – für alle Teilnehmenden live auf der Bühne des Radialsystems (Halle) und im Live-Stream, bevor sich die Arbeitsgruppen im Anschluss auf die ausgewiesenen Räume – digital wie analog – zurückziehen.

 

10:00-11:30 Uhr

Willkommen & Übersicht über das Tagesprogramm
Im Anschluss:  Impulsvorträge zu den anschließenden Arbeitsgemeinschaften – Halle

 

11:30-13:30 Uhr  Diskussion in den einzelnen AGs (verschiedene Räume)

 

13:30-15:00 Uhr Mittagsbuffet

 

Bitte beachten: Die unter diesem Programmpunkt versammelten Themen der Arbeitsgemeinschaften richten sich an die einzelnen, beim Bundesforum vertretenen Berufsgruppen aus Kunst, Förderung und Netzwerken. Wir bitten bei Anmeldung um entsprechende Zuordnung zum jeweiligen Angebot. Die nachfolgenden AGs sind intersektional ausgerichtet und stehen allen gleichermaßen offen.

 

 

1. Kunst: Ästhetische Perspektiven, Praxen und neue Räume nach Corona – Halle

 

 

Impuls: Jonas Zipf (JenaKultur)

 

Produktionen und künstlerische Ansätze der Freien Darstellenden Künste haben seit jeher den Ruf fern konventioneller Wege transdisziplinär, kollaborativ und partizipativ verschiedenste Ästhetiken zu erforschen und neue Arbeitsweisen zu entwickeln. Die Arbeitspraxis der Akteur*innen ist in diesem Kontext oft ein steter Prozess der selbstkritischen Weiterentwicklung – im Rahmen des Möglichen und an den Grenzen des (noch) Unmöglichen schraubend. In Reaktion auf die Pandemie wurden bestehende Ansätze ausdifferenziert, teils völlig neuartige Konzepte erprobt und neben anderen Arbeitspraxen auch neue Orte – sowohl digital als auch im öffentlichen Raum – erobert. Welche Erkenntnisse lassen sich von den Erfahrungen der vergangenen Monate ableiten? Wird die künstlerische Arbeit jemals wieder wie zuvor? Und wollen wir das überhaupt? Welche neuen Beziehungen mit dem Publikum sind entstanden? Woran lässt sich anknüpfen? Und welche Rahmenbedingungen können und sollten mit Blick auf unsere Erkenntnisse weiter optimiert werden?

 

Zu Gast: Oliver Proske (Nico&The Navigators), Susanne Schuster (OutOfTheBox), Jenny Patschovsky (Zeitgenössischer Zirkus als Eroberung neuer Räume, Ästhetiken, 1. Vorsitzende BUZZ)

 

Moderation (Radialsystem): Kaja Jakstat (Geschäftsführung, Dachverband Freie Darstellende Künste Hamburg)

Moderation (Digitalkonferenz): Daniel Schüßler (Analog Theater)

 

 

2. Kunst/Netzwerke: Kooperationen zwischen Künstler*innen und Produktionseinrichtungen stärken – eine Bilanz – Saal

 

Impuls: „Zu den Bedingungen der Möglichkeit – Förderungen der Kooperationsstrukturen von Künstler*innen und Produktionsorten“
– Prof. Dr. Veronika Darian (Universität Leipzig)

 

Kooperation und Austausch gehören zur DNA der Freien Darstellenden Künste. In den letzten Jahren sind deshalb neue Förderinstrumente entstanden, wurden Förderungen erhöht und Netzwerke gestärkt, um eine kollaborierende Arbeitspraxis zu befördern und Partnerschaften zu schaffen. Wie nachhaltig sind diese Förderungen der Zusammenarbeit?  Wie haben sich dadurch Strukturen und Arbeitsweisen der Partner*innen verändert? Wo existieren Defizite, Leerstellen und Missstände? Lassen sich Veränderungen in Machtverhältnissen, Kommunikation und Programmierung zwischen Künstler*innen und Leitungen von Spielbetrieben feststellen? Wo, wie und wann sollte die Förderung von Kooperationen beginnen? Wodurch werden die jeweiligen Kooperationspartner*innen zur Kooperation befähigt? Inwiefern sollte Förderung auf jeweils unterschiedliche Bedingungen und Möglichkeiten von Kooperation reagieren? Inwiefern sind überregional und international agierende Zusammenschlüsse für die Verbesserung regionaler und lokaler Strukturen hilfreich?  Welche kulturpolitische Bedeutung lässt sich ihnen beimessen? Welche Fördermodelle lassen sich regional übertragen? Wie lassen sich heterogene und vielfältige Formationen künstlerischer Arbeit zusammenbringen und fördern? Wird vor diesem Hintergrund eine Überprüfung und Differenzierung der Konzepte Kollaboration, Koproduktion und Kooperation nötig? Zum Auftakt stellt Frau Prof. Dr. Darian (Universität Leipzig) die von ihr geleitete Studie zur „Förderung von Kooperationen“ als Impuls vor.

 

Zu Gast: Kathrin Tiedemann (Künstlerische Leitung, Forum Freies Theater, Düsseldorf), Winfried Wrede (flausen+), Cindy Hammer (Tänzerin, Choreografin)

 

Moderation (Radialsystem): Falk Schreiber (Kulturjournalist)

Moderation (Digitalkonferenz): Thomas Fabian Eder (Kulturmanager)

 

 

3. Förderung: Förderkriterien & Auswahlverfahren im Post-Pandemie-Haushalt – Seminarschiff

 

Impuls: „Wie, wer und warum? Juryverfahren und Mittelvergabe in der Förderung der Freien Darstellenden Künste”
– Sabine Gehm (Künstlerische Leitung TANZ Bremen, Kuratorin; Prozessleitung Entscheidungsverfahren #TakeThat, Fonds Darstellende Künste)

 

Wer entscheidet wie nach welchen Kriterien? Die Berufung von Jurys und Beiräten, die über Projektanträge beraten und auf der Basis von definierten Fördergrundsätzen eine Empfehlung aussprechen, ist zwar nicht überall, aber überwiegend das Mittel der Wahl von Fördereinrichtungen. Doch wer entscheidet und wie kommt die Besetzung der Jurys zustande? Wie divers, egalitär und transparent können Jurys besetzt werden? Auf welcher Basis entscheidet das Expert*innen-Gremium und wie werden die Förder- und Bewertungskriterien sinnvollerweise ermittelt? Vor welche Herausforderungen stellte die Pandemie die Jury-Arbeit – auch angesichts des Fördervolumens?

 

In dieser Arbeitsgruppe tragen Vertreter*innen von Fördereinrichtungen (Ministerien, Kulturämter, Fonds, Stiftungen) und „Entscheider*innen“ (erfahrene Jurymitglieder) ihre praktischen Erfahrungen zusammen, hinterfragen kritisch die jeweiligen Verfahrensweisen und diskutieren Best Practice-Empfehlungen.

 

 

Zu Gast: Sabine Köhncke (Referatsleitung: Förderung von Künstler*innen, Projekten, freien Gruppen, Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin), Christoph Peichl (Leiter Referat Grundsatzangelegenheiten, Theater, Festspiele und Orchester, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Baden-Württemberg), Christine Peters (Leitung Bereich Performing Arts, Kunststiftung NRW)

 

 

Moderation (Radialsystem): Dr. Elisabeth Nehring (Journalistin)

Moderation (Digitalkonferenz): Prof. Dr. Martin Schäfer (Universität Hamburg)

 

 

4. Förderung: Dynamische Kunstproduktion, dynamische Förderung? – Studio A

 

Impuls: Isa Edelhoff (BKM)

 

 

Wie überall in der Gesellschaft haben die dynamischen Entwicklungen des vergangenen Jahres auch den Verwaltungen eine „Fahrt auf Sicht“ abverlangt. Laufzeiten galt es zu verlängern, Umwidmungen möglich zu machen unter gleichzeitiger Einhaltung rechtlicher Rahmenbedingungen. Zur Diskussion stehen die eigenen Handlungsspielräume und Ermessensgrundlagen, verbunden mit der Frage, inwiefern die veränderten Vorzeichen der Kunstproduktion auch in einer post-pandemischen Zeit erhalten bleiben. Welche Herausforderungen an die Förderpraxis bringen veränderte Produktionsbedingungen in den Darstellenden Künsten mit sich? Welche Förderverfahren haben sich während der Pandemie bewährt und welche Prinzipien ließen sich in grundsätzliche bzw. langfristige strukturelle Änderungen der Förderlandschaft umwandeln, um die Szene nachhaltig zu stärken?

 

Zu Gast: Michael Freundt (Geschäftsführung, Dachverband Tanz), Regina-Dolores Stieler-Hinz (Kulturbeigeordnete Stadt Magdeburg), Maria Gebhardt (Geschäftsführung, Landeszentrum Freies Theater Sachsen-Anhalt e.V.)

 

Moderation (Radialsystem): Daniela Koß (Referentin, Stiftung Niedersachsen)

Moderation (Digitalkonferenz): Felizitas Stilleke (Dramaturgin, Kuratorin)

 

 

5. Netzwerke: Zusammenschlüsse mit Qualifizierungs- und Professionalisierungsauftrag – Studio B

 

Impuls: Anna Steinkamp (Geschäftsführung, Bundesverband Freie Darstellende Künste)

 

Die Bundesforen in den Jahren 2017 und 2019 haben den Zusammenschlüssen der Freien Darstellenden Künste einen besonderen Raum eingeräumt. Hatten sich doch zahlreiche überregionale Kooperationen entwickelt, um regional ansässige Akteur*innen bundesweit sichtbar zu machen, künstlerische Impulse und lokales Wissen überregional wirksam werden zu lassen. Allein die Förderstruktur hatte für diese Entwicklung noch nicht die passgenaue Antwort gefunden: Der Föderalismus stieß und stößt bei der überregionalen Arbeitspraxis der Freien Darstellenden Künste an seine Grenzen. Der BFDK konnte mit dem Förderprogramm „Verbindungen fördern“ diese Lücke für einige Netzwerke schließen, der Fonds stärkt mit Programmen von #TakeThat viele weitere Kooperationen zwischen Strukturen mehrerer Bundesländer, auch die Zusammenarbeit mehrerer Landesverbände fand erstmals finanzielle Unterstützung. Aspekte von Wissenstransfer, Qualifizierung und Weiterbildung in der Kunstpraxis standen dabei im Vordergrund – auch unter Berücksichtigung der Antragstellung und Projektdurchführung.

 

Daran schließen vertiefende Fragen der Arbeitsgemeinschaft an: Wie gelingen Projekte und thematische Zusammenschlüsse, die auf eine strukturelle Stärkung aus sind? Wie kann ein effektiver Wissenstransfer zwischen Partner*innen aus strukturschwächeren und strukturstärkeren Regionen aussehen? Welche Erwartungen bestehen gegenüber den Netzwerken und welchen Auftrag geben sie sich selbst? Die Arbeitsgemeinschaft diskutiert, wie sich die kommunalen Strukturen, überregional agierende Netzwerke und auch die Landesverbände weiter unterstützen lassen, um den Wirkradius zu festigen und zu erweitern und erste Auswirkungen des zurückgelegten Weges zu ermitteln.

 

Zu Gast: Linda Vahldieck (Projektleitung Verbindungen Fördern, Bundesverband Freie Darstellende Künste), Siegmar Schröder (Bündnis flausen+, Theater Bielefeld), Friederike Behrens (Agentur für fast alles)

 

Moderation (Radialsystem): Karin Kirchhoff (Tanzland, Kulturstiftung des Bundes)

Moderation (Digitalkonferenz): Julian Kamphausen (Fachtage & Kooperationen, Performing Arts Programm Berlin)

 

 

6. Netzwerke: Förderung der Infrastruktur von Produktionshäusern und Festivals – Studio C

 

Impuls: „(Infra-)Strukturwandel im Kulturbetrieb: Was hat das alles mit Dionysos zu tun?”
– Matthias Pees (Intendanz & Geschäftsführung, Künstlerhaus Mousonturm)

 

Neben der künstlerischen Arbeit rückten Förderprogramme im vergangenen Jahr auch infrastrukturelle Fragen und Herausforderungen in den Fokus der Aufmerksamkeit. Ob im Sinne einer pandemie-bedingten Änderung der Bedarfslage oder dem schon länger währenden Investitionsstau an Produktionshäusern, Spielbetrieben und Festivals – die Resonanz auf die Strukturfördermaßnahmen wie etwa bei #TakePlace des Fonds, dem Neustart Kultur-Programm der Deutschen Theatertechnischen Gesellschaft oder Dis-Tanz-Impuls des Dachverband Tanz machte die Nachfrage deutlich. Sei es die Umstellung auf den Digitalbetrieb, den Einbau von neuen Belüftungssystemen oder Maßnahmen zur Optimierung des (Spiel-)Betriebes und der audience relations: die Institutionen sahen und sehen sich neuen Anforderungen zur Gewährleistung ihrer Sichtbarkeit gegenüber. Welche strukturellen Anschlüsse gilt es zu stärken mit Blick auf Digitalisierung, Zugänglichkeit und Erschließung? Die Arbeitsgemeinschaft wirft einen geschärften Blick auf die veränderte Bedarfslage, analysiert aktuelle und zu erwartende Fragestellungen und diskutiert Lösungsansätze für eine nachhaltige Stärkung ihrer Strukturen.

 

Zu Gast: Elisabeth Bohde (Theaterwerkstatt Pilkentafel), Juliane Männel (Rimini Protokoll), Michael Müller (Künstlerische Leitung & Geschäftsführung, TD Berlin)

 

Moderation (Radialsystem): Tom Wolter (Künstlerische Leitung, WUK Theater Quartier Halle)

Moderation (Digitalkonferenz): Anne Schulz (Freie Produktionsleiterin, Berlin)

Tag 2
Mittwoch, 15.9.2021
15:00-18:00 Uhr

 

Vor Ort
und
digital

Impulse & Arbeitsgemeinschaften II

 

Das Bundesforum 2021 setzt – wie in den bisherigen Ausgaben – auf Austausch und Dialog in themenspezifischen Arbeitsgemeinschaften. Wichtige Impulse dazu liefern kurze Vorträge von Expert*innen – für alle Teilnehmenden live auf der Bühne des Radialsystems (Halle) und im Live-Stream, bevor sich die Arbeitsgemeinschaften im Anschluss auf die ausgewiesenen Räume – digital wie analog – zurückziehen.

 

15:00-16:00 Uhr Impulsvorträge zu den anschließenden Arbeitsgemeinschaften – Halle

 

16:00-18:00 Uhr Diskussion in den einzelnen Arbeitsgemeinschaften

 

18:00-19:30 Uhr Abendbuffet

 

 

1. Prozess vs. Projekt/Zeitlichkeit der Förderung: Zusammenspiel von kurz-, mittel- und längerfristigen Förderkonzepten – Halle

 

Impuls: „Recherche, Konzept, Prozess – Mehrjahresförderungen als Kernelement zeitgenössischer Fördersysteme“
– Prof. Dr. Philipp Schulte (Geschäftsführung, Hessische Theaterakademie)

 

Der Blick auf eine durchgängige, professionelle Arbeitsbiografie im Bereich der Freien Darstellenden Künste bestimmte die Programme der Bundesforen der vergangenen Jahre. Vor allem die wachsende Etablierung überjähriger Förderinstrumente ist als deutliches Indiz dafür zu lesen, dass der professionellen Arbeitspraxis der Akteur*innen besser Rechnung getragen wird als noch vor ein paar Jahren. Auch während der Pandemie konnten überjährige Förderinstrumente Handlungsfreiräume eröffnen, boten ein Mindestmaß an Sicherheit und damit die Möglichkeit (zumindest in Ansätzen) begonnene künstlerische Prozesse weiterzuentwickeln. Doch auch kurzfristige Stipendienprogramme oder die mittelfristige Förderung von Produktionszeiträumen, wie vom Fonds eingeführt, waren wichtige Förderinstrumente der vergangenen Monate.

 

Welche Auswirkungen haben Mehrjahresförderungen auf die künstlerische Produktion, die Architektur der Fördersysteme, das Verhältnis zwischen Künstler*innen und Produktionshäusern, den (gesellschaftlichen) Status von Kunst und Kunstschaffenden?

 

Zu Gast: Bettina Milz (Leitung des Referats für Theater und Tanz, Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW), Sophia Stepf (Künstlerische Leitung, FlinnWorks), Tobias Pflug (Vorstand, Landesverband Freie Darstellende Künste Bremen e.V.).

 

Moderation (Radialsystem): Harald Redmer (Freier Schauspieler, Regisseur, Produzent, Kulturberater)

Moderation (Digitalkonferenz): Jenny Eimer (NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste e.V.)

 

 

2. Neue Produktionsbedingungen… und ihre Folgen für die Fördersystematik – Saal

 

Impuls: Gabi Beier (Produktionsleitung, ada Studio Berlin)

 

Die Freien Darstellenden Künste haben im Lockdown ihre Produktions- und Aufführungsbedingungen entlang der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie gewohnt flexibel und schnell angepasst. Damit verbunden: neue und andere Bedarfe zur Umsetzung und Präsentation der künstlerischen Arbeiten – digitale Gastspielformate inbegriffen. Was hat sich auf künstlerischer Seite verändert und welche Herausforderungen erwachsen daraus für das Zuwendungs- und Vergaberecht der Fördereinrichtungen, Produktions- und Abrechnungszeiträume oder schlichtweg für die eigenen Verfahrensweisen und Förderangebote? Welche Anpassungen sind bereits vorgenommen worden und haben sich bewiesen? Auf welche Probleme und Herausforderungen ist wiederum der Kunstbetrieb in der Förderung gestoßen? Im Dialog tauschen sich Vertreter*innen aus Kunst- und Förderpraxis über erfolgte, anstehende oder absehbare Neuerungen in der Kunst- und Förderwelt aus.

 

Zu Gast: Janina Benduski (Programmdirektion, Landesverband freie darstellende Künste Berlin e.V.), Hannah Kayenburg (Referat Theater, Stadt Hamburg), Sören Fenner (ensemble netzwerk)

 

Moderation (Radialsystem): Katja Sonnemann (Akademie für Performing Arts Producer)

Moderation (Digitalkonferenz): Felizitas Stilleke (Dramaturgin, Kuratorin)

 

 

3. Kunst im sozialräumlichen Kontext – Seminarschiff

 

Impuls: „Die Förderung der Freien Darstellenden Künste in ihren (sozial)räumlichen Kontexten“
– Micha Kranixfeld (Universität Koblenz-Landau)

 

In den letzten Jahren sind die Freien Darstellenden Künste jenseits der Großstädte in ihren vielfältigen Strukturen und ästhetischen Formen stärker in den Blick gerückt. Zu beobachten ist auf der einen Seite eine überregionale Selbstorganisation der Künstler*innen und auf der anderen Seite ein kulturpolitischer Diskurs, der die Gestaltung regionaler und eigenständiger Kulturlandschaften betont. Einem früheren Defizitdenken wird das Agieren in und mit den Mitteln der Provinz entgegengesetzt. Welche Entwicklungen und damit verbunden neue Bedarfe – produktions- wie förderseitig – zeichnen sich ab? Wie lassen sich die Freien Darstellenden Künste flächenwirksam befördern – auch jenseits der Infrastrukturen der Metropolen? Was braucht es strukturell und kulturpolitisch dafür?

 

Einführend analysiert Micha Kranixfeld (Universität Koblenz-Landau / Syndikat Gefährliche Liebschaften) in seinem Beitrag, welche Rolle (sozial)räumliche Kontexte für die künstlerische Produktion der freien Theater spielen und wie die Durchlässigkeit zwischen den verschiedenen Räumen unterstützt werden kann.

 

Zu Gast: Jana Korb (Bundesverband Theater im öffentlichen Raum), Dr. Michael Schramm (Leitungsteam, Schaubühne Lindenfels), Eckhard Mittelstädt (Projektleitung tanz + theater machen stark, Bundesverband Freie Darstellende Künste)

 

Moderation (Radialsystem): Sibylle Peters (Wissenschaftlerin, Regisseurin, u.a. geheimagentur)

Moderation (Digitalkonferenz): Jana Sonnenberg (Gremienreferat, Bundesverband Freie Darstellende Künste)

 

 

4. Diversität (be-)fördern – Studio A

 

Impuls: „Is Diversity a Side Dish on the Menu?”
– Dr. Özlem Canyürek (Kulturpolitikforscherin)

 

Wie gut spiegelt die aktuelle Kunstlandschaft die plurale Gesellschaft wider? Die Spielpläne der Freien Darstellenden Kunstszene weisen eine Vielzahl künstlerischer Arbeiten zur Diversität auf – und bestimmen den gesellschaftlichen Diskurs um diskriminierungsarme Kulturorte mit. Doch wie sieht es hinter der Bühne aus: Wie divers sind die Teams von künstlerischen Produktionen und Spielbetrieben aufgestellt? Wie kann Diversität in den Strukturen der Freien Darstellenden Künsten selbst be- und gefördert werden? Im Rahmen des Forschungsprogramms zur Förderung in den Darstellenden Künsten des Fonds unternimmt die Kulturwissenschaftlerin Dr. Özlem Canyürek in der Teilstudie „Förderung von Diversität“ eine Dispositivanalyse und stellt – nicht zuletzt anhand nationaler und internationaler Beispiele – erste Indikatoren für eine diversitätsorientierte Kunst- und Förderpraxis vor. Werden die Förderangebote vollumfänglich auch von marginalisierten Künstler*innen und Gruppen genutzt – wenn nein, woran liegt das? Wie können wiederum die diskriminierungsarmen Räume der Freien Darstellenden Künste gestärkt und weiterentwickelt werden? Canyüreks Ausführungen bilden die Grundlage für eine Diskussion um Diversität in den Freien Darstellenden Künsten, um Zugänglichkeit des Fördersystems und einer Erschließung von Handlungsempfehlungen für Fördereinrichtungen. Gleiches Recht für alle?

 

Zu Gast: Melmun Bajarchuu (Initiative für Solidarität am Theater, kollegiale Begleitung für machtkritische, diskriminierungssensible und diversitätsorientierte Transformationsprozesse an den Sophiensælen), Lis-Marie Diehl und Dennis Seidel (Theaterensemble  MEINE DAMEN UND HERREN), Lisa Lucassen (she she pop)

 

Moderation (Radialsystem): Karoline Zinßer (Leitung Geschäftsstelle, Die Vielen e.V.)

Moderation (Digitalkonferenz): Cilgia Gadola (Projektleitung BACKGROUND, Bundesverband Freie Darstellende Künste)

 

 

5. Förderung neuer Technologien in der Darstellenden Kunst – Studio B

 

Impuls: „How Deep Is Your Love? Zukunftsfähige Rahmenbedingungen für die Kunst des Digitalen“
Dr. Hilke Marit Berger (CityScienceLab / Hafen City Universität Hamburg)

 

Bereits vor der Pandemie beschäftigten sich Künstler*innen und Gruppen mit der Einbindung neuer Technologien in ihre Arbeiten: Künstliche Intelligenz, Virtual und Augmented Reality dienen der Erweiterung des ästhetischen Ausdrucks und dem Ausloten gesellschaftlicher Entwicklungen. Der Digitalisierungsschub in den Künsten ausgelöst durch den Lockdown dürfte dieses Spektrum erweitert haben. Im Rahmen des Forschungsprogramms zur Fördersituation in den Darstellenden Künsten ermittelt Dr. Hilke Marit Berger den Handlungsbedarf für Fördereinrichtungen in dem Feld von Kunst und neuen Technologien und leitet Maßnahmen zu ihrer Beförderung ab. Ausgehend von ihren Beobachtungen und Analysen schließt sich eine Diskussion darüber an, ob die bestehenden Förderinstrumente die Einbindung neuer Technologien in das ästhetische Spektrum ausreichend berücksichtigen und das darin liegende kritische Potential auch für gesellschaftliche Diskurse abschöpfbar machen. In welchem Verhältnis stehen künstlerischer Bedarf und Förderangebote?

 

Zu Gast: Dr. Tabea Golgath (Programmleitung LINK, Stiftung Niedersachsen), Prof. Friedrich Kirschner (Professur für digitale Medien, HfS Ernst Busch), Jonas Vietzke (Künstlerische Leitung, Theater an der Glocksee)

 

Moderation (Radialsystem): Susanne Schuster (OutOfTheBox)

Moderation (Digitalkonferenz): Julian Kamphausen (Fachtage & Kooperationen, Performing Arts Programm Berlin)

 

 

6. Das (digitale) Publikum: Neue Wege der Begegnung – Studio C

 

Impuls: Dr. Henning Mohr (Leitung, Institut für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft), Svenja Reiner (Institut für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft)

 

Die Theater geschlossen, Auftrittsmöglichkeiten auf ein Minimum begrenzt – die Kontaktaufnahme und -pflege Richtung Publikum stellte sich während der Pandemie als besondere Herausforderung dar. Bereits vor der Pandemie wurden durch verschiedene Programme (wie beispielsweise einzelner Landesverbände oder wie mit PERFORMING EXCHANGE des BFDK oder auch des Bündnisses Internationaler Produktionshäuser) die Zuschauer*innen und das Verhältnis zu ihnen konkret in den Blick genommen. Es stellte sich vielerorts heraus, dass die Arbeitsweisen der Freien Darstellenden Künste mit einer spezifischen Haltung gegenüber dem Publikum einhergehen. Vor allem in ländlichen Regionen spielt das Publikum bereits bei der Produktionsentwicklung eine Rolle, die Begegnung auf Augenhöhe ist angestrebte Maxime. Die Förderinstrumente #TakePart vom Fonds oder Stepping Out von NPN boten während der Pandemie die Möglichkeit Beziehungen aufrecht zu erhalten und neue (digitale) Konzepte zu entwickeln. Welche Vorgehensweisen erwiesen sich als hilfreich? Wie lassen sich dabei auch Besucher*innenorganisationen sinnvoll einbinden? Welche Unterschiede lassen sich mit Blick auf ein Publikum im ländlichen Raum und eins in urbaner Umgebung feststellen? Wie sollte ihnen begegnet werden? Und denken wir unser Publikum eigentlich grundsätzlich ausreichend mit?

 

Zu Gast: Max Schumacher (Künstlerische Co-Leitung, POST THEATER), Cosmea Spelleken (Regisseurin, Kollektiv punktlive), Sebastian Quack (Invisible Playground)

 

Moderation (Radialsystem): Alice Ströver (Kulturvolk)

Moderation (Digitalkonferenz): Swetlana Gorich (Projektleitung Performing Exchange, Bundesverband Freie Darstellende Künste)

Tag 2
Mittwoch, 15.9.2021
19:30-21:00 Uhr

 

Vor Ort
und
digital

Resümee: Ergebnisse der Arbeitsgemeinschaften – Halle

 

Was wurde besprochen? Was haben die Diskussionen des Tages ergeben? Die Moderator*innen der Arbeitsgemeinschaften des 2. Veranstaltungstages stellen die Ergebnisse der einzelnen Diskussionsrunden und Gespräche pointiert vor.

 

 

Ab 21:00: Lounge mit DJane Ipek

Tag 3
Donnerstag, 16.9.2021
09:30-10:00 Uhr

 

Vor Ort

#Morning Session

 

Gemeinsamer Rückblick bei Kaffee & Croissants – Saal/Spreeterrasse

 

Das Team des Bundesforums 2021 fasst die Ergebnisse und Erlebnisse des Vortages zusammen und lädt zum offenen Gedankenaustausch bei Kaffee & Croissants.

 

 

Bei offenen Fragen steht das Team des Bundesforums am Akkreditierungs- und Infostand zur Verfügung. Im Foyer laden Videostationen mit Statements der Akteur*innen der Freien Darstellenden Künste zum Betrachten und Verweilen ein.

 

Tag 3
Donnerstag, 16.9.2021
10:00-13:30 Uhr

 

Vor Ort
und
digital

Impulse & Arbeitsgemeinschaften III

 

Das Bundesforum 2021 setzt – wie in den bisherigen Ausgaben – auf Austausch und Dialog in themenspezifischen Arbeitsgemeinschaften. Wichtige Impulse dazu liefern kurze Vorträge von Expert*innen – für alle Teilnehmenden live auf der Bühne des Radialsystems (Halle) und im Live-Stream, bevor sich die Arbeitsgemeinschaften im Anschluss auf die ausgewiesenen Räume – digital wie analog – zurückziehen.

 

10:00-11:30 Uhr

Willkommen & Übersicht über das Tagesprogramm – Halle
Im Anschluss: Impulsvorträge zu den nachfolgenden Arbeitsgemeinschaften – Halle

 

11:30–13:30 Uhr   Diskussion in den einzelnen Arbeitsgemeinschaften

 

13:30-15:00 Uhr Mittagsbuffet

 

 

1. Förderung for Future: Nachhaltigkeit in der künstlerischen Praxis und an Spielbetrieben – Halle

 

Impuls: „Embracing Sustainability: Ideen, Initiativen, Konflikte in Produktion und Förderung“
– Prof. Dr. Sandra Umathum (Hochschulübergreifendes Zentrum Tanz Berlin) & Dr. Maximilian Haas (UdK Berlin)

 

Spätestens seit dem Bundeskongress 2020 ist das Thema Nachhaltigkeit in den Freien Darstellenden Künsten angekommen. Die Kulturstiftung des Bundes bewegt das Thema bereits seit einiger Zeit und das Aktionsnetzwerk Nachhaltigkeit der BKM sorgt für weitere Impulse. In den Verwaltungen wird darüber diskutiert, wie durch neue Infrastrukturen Material- und Kostümlager entstehen und ob Kompensationszahlungen für Flugreisen förderfähig sein könnten. Touring wird anders reflektiert als noch vor einiger Zeit, immer mehr Häuser streben eine EMAS-Zertifizierung an oder nutzen den CO2-Rechner des Aktionsnetzwerks und Akteur*innen können neuerdings mit Hilfe eines EcoRiders des BFDK abwägen, welche Aspekte ihrer Arbeit nachhaltiger gestaltet werden könnten.

 

Wie lassen sich Künstlerische Freiheit und nachhaltige Arbeitspraxis am besten vereinbaren? Braucht es Orientierungsgrößen wie sie es beispielsweise mit Blick auf angemessene Honorare mit der Honoraruntergrenzenempfehlung gibt? Welche Schritte sind im Zusammenspiel von Politik, Verwaltung und Szene notwendig und wie lassen sie sich gestalten? Wie sehen zukünftige Förderansätze – auch im Zusammenspiel verschiedener Ressorts – aus?

 

Zu Gast: Dr. Sebastian Brünger (Kulturstiftung des Bundes), Carolina Ortega (Aurora Nova – International Theatre Booking), Franziska Pierwoss (Performerin)

 

Moderation (Radialsystem): Nadine Vollmer (Dramaturgin)

Moderation (Digitalkonferenz): Katia Münstermann (Nachhaltigkeitsbeauftrage, Bundesverband Für Darstellende Künste)

 

 

2. Visionär: Weiterentwicklung der Förderarchitektur & -strukturen für die Zukunft – Saal

 

Impuls: Ulrike Seybold (Vorstand des BFDK und Geschäftsführung des NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste)

 

Die Bundesforen in den Jahren 2017 und 2019 haben vielfältige Erkenntnisse geliefert, wie sich Förderstrukturen weiterentwickeln und ausdifferenzieren ließen, um der künstlerischen Praxis besser gerecht zu werden. Zahlreiche Impulse wurden aufgegriffen und von Politik und Verwaltung umgesetzt. In den vergangenen Monaten hat die Pandemie neue Fragen aufgeworfen, durch Neustart Kultur konnten weitere bereits vorliegende Vorschläge auf Bundesebene Realität werden und neue Ansätze erprobt werden. Die Tage während des Bundesforums 2021 beleuchten zusätzlich ein breites Spektrum an Fragen rund um die Freien Darstellenden Künste.

 

An welche Forderungen aus den Vorjahren lässt sich anknüpfen? Welche müssen überdacht oder umformuliert werden? Wie können die Künste die ihnen innewohnenden Transformationskräfte am besten entfalten für eine Post-Corona-Zeit?

 

Wie sieht eine vorausschauende Vision der Förderung und Finanzierung der Freien Darstellenden Künste ab 2022 aus? Am 3. Tag des Bundesforums wird der ThinkTank zur Förderung von morgen eröffnet – ein Wetteifern der Ideen zwischen Realismus und Utopie.

 

Zu Gast: Katharina Wolfrum (Kulturreferat München), Peter Hausdorf (Leipziger Kulturrat), Carena Schlewitt (Intendantin, Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste)

 

Moderation (Radialsystem): Barbara Greiner (freie Produktionsleiterin)

Moderation (Digitalkonferenz): Frank Schmid (Kulturjournalist)

 

 

3. Über das Zusammenspiel von Förder- und Sozialstaat: Kunst- oder Sozialförderung? – Seminarschiff

 

Impuls: Lena Krause (Sprecherin, Allianz der Freien Künste)

 

Das künstlerische Produzieren ist unbestritten Arbeit. Unter diesem Blickwinkel sind Kunstschaffende freie Unternehmer*innen. Ihr Unternehmertum in der Freien Darstellenden Kunst ist unmittelbar an Fragen der sozialen Absicherung gebunden.  Während der Pandemie trat dieser Sachverhalt vielleicht einmal mehr in den Vordergrund. Doch nicht alle sozialen Aspekte und Herausforderungen sind allein aus dem Apparat der Kunstförderung heraus zu beantworten oder gar zu lösen.  Ergänzend zu der Diskussion um die Optimierung des Zusammenspiels der Förderinstrumentarien zur Gewährleistung einer stabilen und durchgängigen Arbeitsbiografie stellt diese Arbeitsgemeinschaft Fragen der sozialen Absicherung im Wechselspiel von Förder- und Sozialstaat in den Mittelpunkt. Es gilt herauszufinden, wo eventuell Lücken in diesem Zusammenspiel liegen und wie sie gefüllt werden können. Welche Erkenntnisse lassen sich für Solo-Selbstständige gewinnen? Wie lassen sich Fragen der Altersvorsorge, der Kinderbetreuung und der Rentenbezüge auch bei künstlerischer Tätigkeit beikommen? Oder brauchen wir gänzlich andere Sicherungssysteme oder gar eine umfassendere Grundsicherung für alle?

 

Zu Gast: Lisa Basten (ver.di Bundesverwaltung, Bereichsleitung „Kunst & Kultur“), Silke zum Eschenhoff (Wissenschaftliche Mitarbeit, Institut für interdisziplinäre Arbeitswissenschaft, Leibniz Universität Hannover), Anja Quickert (DFG Forschungsgruppe Krisengefüge der Künste)

 

Moderation (Radialsystem): Wibke Behrens (Institute for Cultural Governance, Co-Geschäftsführerin und Bildungswerk des bbk berlin, Geschäftsführerin)

Moderation (Digitalkonferenz): Birgit Walkenhorst (Geschäftsführung, Landesverband professioneller freier Theater Rheinland-Pfalz e.V.)

 

 

4. Die Rolle des Bundes – welche Verantwortung sollen Kulturfonds übernehmen? – Studio A

 

Impuls „Künstlerische Relevanz und/oder langfristige Perspektive? Bundeskulturförderungen zwischen Innovation und Nachhaltigkeit.“
– Prof. Dr. Julius Heinicke (Universität Hildesheim)

 

Derzeit bestehen sechs selbstverwaltete Bundeskulturfonds. Sie sind darauf verpflichtet, jene zeitgenössischen künstlerischen Werke und Projekte zu fördern, die für die deutsche Kulturentwicklung insgesamt von Bedeutung sind und in diesem Sinne Modellcharakter haben. Dazu gehört der Fonds Darstellende Künste, der experimentelle, interdisziplinäre sowie netzwerkbildende Projekte, Projekte mit Modellcharakter und Vorhaben fördert, die den internationalen Austausch in dieser Sparte unterstützen. Durch das Programm NEUSTART KULTUR hat sich die finanzielle Ausstattung nicht nur dieses Fonds verbessert und das Förderprogramm eine neue Dimension erreicht, wovon die Szene die Möglichkeit erhielt, erstmals in einer ungeahnten Bandbreite sichtbar zu sein und gefördert zu werden. Diese Vorbildlichkeit der Unterstützung auf Bundesebene regt eine Fortentwicklung zukünftiger Fördermodelle in den Ländern und Kommunen an. Doch wie groß ist eigentlich der Spielraum der Kulturfonds des Bundes, da Kunst und Kultur Ländersache sind und Förderung von Kunst und Kultur in den meisten Bundesländern keine Pflichtaufgabe darstellt? Die kulturwirtschaftlich ausgerichteten (pandemiebedingten) Sonderfonds des Bundes in den Ländern sind  für die Kunstförderung wenig relevant, lässt sich aus dieser Kooperation zwischen Bund und Land dennoch eine Zukunftsarchitektur für die Kultur- und Kunstförderfonds ableiten? Wie lässt sich ein Zusammenspiel zwischen Bundes-, Länder- und kommunaler Förderung erreichen? Welche Rolle könnten dabei Komplementärförderungen einnehmen? Oder wird durch Kofinanzierungen einzelner Bundesländer die Kluft zu Regionen mit geringerem Etat für die Freien Darstellenden Künste nicht vergrößert und eine Abwanderung der Szene beschleunigt? Wie kann ein gelungenes Zusammenspiel zwischen Kulturfonds des Bundes, Ländern und Kommunen – ausgehend von den Erkenntnissen und Erfahrungen während der Pandemie – aussehen?

 

Zu Gast: Stephan Behrmann (Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Sonderfonds des Bundes für Kulturveranstaltungen), Mechthild Eickhoff (Fonds Soziokultur, Kulturpädagogin, Kulturwissenschaftlerin), Walter Heun (Geschäftsführung & Künstlerische Leitung JointAdventures/NPN – Nationales Performance Netz), Barbara Neundlinger (Geschäftsführung, Kulturpolitische Gesellschaft e.V.)

 

Moderation (Radialsystem): Holger Bergmann (Geschäftsführung, Fonds Darstellende Künste)

Moderation (Digitalkonferenz): Michael Wehren (Referent der Geschäftsführung, Fonds Darstellende Künste)

 

 

5. Theaterentwicklungsplanung: Perspektiven für eine Reform der Theaterlandschaft? – Studio B

 

Impuls: “Umdenken? Umbau? Umverteilung? Theater weiter entwickeln und neu planen”
– Prof. Dr. Wolfgang Schneider (Kulturpolitikwissenschaftler, Vorstandsvorsitz Fonds Darstellende Künste)

 

In der Kulturlandschaft sind die Freien Darstellenden Künste längst zu einer wichtigen, wenn nicht gar tragenden Säule avanciert. Braucht es, um dieser Rolle gerecht zu werden, eine umfassende Re-Vision im Sinne einer Neu-Betrachtung der kulturellen Landkarte? Eine Analyse des Bestehenden mit innovativen Ableitungen für eine resiliente Kunstbranche in Deutschland? Offen nimmt diese Arbeitsgemeinschaft langjährig gewachsene Strukturen in den Blick, um den Kanon im kulturellen Angebot in seiner Gesamtheit zu erfassen, Etabliertes zu hinterfragen und neu zu denken.

 

Das Instrument der Theaterentwicklungsplanung für eine Reform der Kulturlandschaft zu nutzen, forderte Prof. Dr. Wolfgang Schneider bereits als Sachverständiger der Enquete-Kommission “Kultur in Deutschland” (2003-07) des Deutschen Bundestages. Sein Vortrag liefert denn auch wichtige Impulse für die anschließende Diskussion, wie Theater strukturell entwickelt und regional geplant werden könnte. Kulturpolitische Kernfragen, die Vielfalt kultureller Ausdrucksformen sowie das Menschenrecht auf künstlerische Teilhabe bilden dabei drei Kriterien der Umsetzung. Doch: Welche Konsequenzen würden aus einer Theaterentwicklungsplanung folgen? Welche Reformschritte wären für deren Umsetzung notwendig? Wie sieht die (freie) Theaterlandschaft der Zukunft aus?

 

Zu Gast: Jessica Weißkirchen (ensemble-netzwerk), Matthias Schulze-Kraft (Vorstand, Bundesverband Freie Darstellende Künste), Dr. Henning Fülle (Dramaturg und Kulturforscher)

 

Moderation (Radialsystem): Helge-Björn Meyer (Geschäftsführung Bundesverband Freie Darstellende Künste)

Moderation (Digitalkonferenz): Anne Schneider (Regisseurin)

 

 

6. Stärkung von Qualifizierung & Wissenstransfer als Kapital der Kunst – Studio C

 

Impuls: Steffen Klewar (Programmleitung, Fonds Darstellende Künste)

 

Wissen ist Macht und Qualität kommt nicht ohne Qualifizierung aus. Einmal mehr angesichts der Anforderungen zur Projektbeantragung und -durchführung. Diese Überzeugung hat ergo längst auch die Freien Darstellenden Künste erreicht und Projekte des Wissenstransfers, der Vernetzung und der Weiterbildung stärken nachweislich diese Branche. Verstärkt konnten Austausch- und Professionalisierungsformate im vergangenen Jahr gefördert und umgesetzt werden. Ihren Wert und ihren Nutzen diskutieren die Teilnehmenden in dieser Arbeitsgemeinschaft, ermitteln Wissensstände und -lücken sowie daran anschließend die weiteren Bedarfe und Möglichkeiten der Verstetigung der getroffenen Maßnahmen. Welche neuen und wegweisenden Weiterbildungsangebote sind denkbar, um noch bestehende Defizite auszugleichen? Wie lassen sich die Freien Darstellenden Künste in ihren regionalen Kontexten z.B. über die Landesverbände, aber auch in ihrer bundesweiten Arbeit, an Qualität und Wissen weiter stärken? Welche Akteur*innen und Institutionen sollten zusätzlich eingebunden werden?

 

Zu Gast: Fatima Çalışkan (Beratungsstelle & Mentoringprogramm, Performing Arts Programm Berlin), Dr. Friederike Landau-Donnelly (Radboud Universiteit, Nijmegen), Dr. Joy Kristin Kalu (Leitung Dramaturgie, Sophiensaele Berlin)

 

Moderation (Radialsystem): Dr. Janet Merkel (Wissenschaftliche Mitarbeit, Institut für Stadt- und Regionalplanung, Technische Universität Berlin)

Moderation (Digitalkonferenz): Sabrina Apitz (Projektkoordination Kulturförderpunkt, Kulturprojekte Berlin)

Tag 3
Donnerstag, 16.9.2021
15:00-16:00 Uhr

 

Vor Ort
und
digital

Resümee: Ergebnisse der Arbeitsgemeinschaften – Halle

 

Was wurde besprochen? Was haben die Diskussionen des Tages ergeben? Welche Visionen sind gemeinsam entstanden? Die Moderator*innen der Arbeitsgemeinschaften des 3. Veranstaltungstages stellen die Ergebnisse der einzelnen Diskussionsrunden und Gespräche pointiert vor.

Tag 3
Donnerstag, 16.9.2021
16:00-18:00 Uhr

 

Vor Ort
und
digital

Antizipationen der Zukunft. Ein Resümee & Abschluss Bundesforum 2021 – Halle

 

Vertreter*innen von Interessensverbänden der Kunst und Einrichtungen der Förderung diskutieren vor dem Hintergrund der Ergebnisse des Bundesforums Arbeits- und Fördermodelle der Zukunft: Wie stehen die an den Veranstaltungstagen sichtbar gewordenen Potentiale der Freien Darstellenden Künste den zu erwartenden Haushaltslagen von Bund, Ländern und Kommunen gegenüber? Wie lassen sich nachhaltige Konzepte der Finanzierung realisieren? Und wie könnten Kürzungen in diesem Bereich abgewendet werden? Wie sieht eine Neugestaltung der Theaterlandschaft, aufbauend auf den Erkenntnissen des Bundesforums, aus und welche Verantwortung tragen dabei Politik, Verwaltung und die Szene selbst? Gibt es eine gemeinsame Vision und eine Strategie der Förderung und Finanzierung der Freien Darstellenden Künste nach der Pandemie? Welche Neugestaltung der Theaterlandschaft ist wichtig – für eine Kunst von morgen?

 

 

Mit: Holger Bergmann (Geschäftsführung, Fonds Darstellende Künste), Amelie Deuflhard (Vorstand, Bündnis Internationaler Produktionshäuser; Intendanz, Kampnagel Hamburg),  Martin Eifler (Referatsleitung, Musik, Darstellende Künste, Sonderbereiche der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien ), Cerstin Gerecht (Referatsleitung, Darstellende Kunst und Musik, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg), Helge-Björn Meyer (Geschäftsführung, Bundesverband Freie Darstellende Künste), Olaf Zimmermann (Geschäftsführung, Deutscher Kulturrat).

 

Moderation: Peter Grabowski (Kulturpolitikjournalist)

 

 

Im Anschluss: Abschluss des Bundesforum 2021

 

Das letzte Wort gehört den Veranstaltenden – mit Ihren ganz persönlichen Eindrücken, Schlussfolgerungen und Faziten aus drei Programmtagen beschließen der Vorstandsvorsitzenden des Fonds Prof. Dr. Wolfgang Schneider und die beiden Vorstandsmitglieder des BFDK Matthias Schulze-Kraft und Ulrike Seybold das diesjährige Bundesforum.